Bericht in der Zeitung "Bild am Sonntag"


Herr Niegsch überlistet die Tabaksteuer 
Von Bernd Prawitz

Richard pflanzt seine Zigaretten im Mini garten an

Richard Niegsch (54) schlägt den geldgierigen Staat ein Schnippchen: "Er dreht immer wieder an der Steuerschraube bei Zigaretten, da mache ich nicht mit" Der Kieler legte sich eine eigene Mini- Tabakplantage an.


Niegsch erinnerte sich dass seine Eltern nach dem Krieg aus Not auch selber Tabak anbauten: "Das wollte ich auch mal probieren". Er freut sich, wenn er die Kleinen Virgina- Tabakpflanzen im Gewächshaus betrachtet". Einige waren schon so groß, dass ich sie ins Freie setzen konnte. Viel Arbeit hat er dann nicht: "Tabak liebt Sonne, ist sonst anspruchslos". Die Pflanzen werden bis zu zwei Meter groß.
Ende August erntet Richard Niegsch. Sorgsam Blatt für Blatt. Nach dem Trocknen werden sie übereinandergelegt, leicht feucht gehalten. Niegsch:" Dem Wasser gebe ich etwas Zucker oder Apfelsine bei. Das verbessert den Geschmack". Dann jagt er die Blätter durch einen Reißwolf und kann Zigarettenhülsen mit würziger "Kieler Ernte" für seine Frau Sigrid stopfen, denn er selbst ist Nichtraucher.
Von seinen 50 Pflanzen (100 sind steuerfrei erlaubt) hat er im vergangenen Jahr Tabak für 1000 Zigaretten geholt. Also für 50 Schachteln. So sparen wir etwa 150 Euro, und Spaß macht es auch, sagt der Hobby- Tabakbauer.